img_9597Im 20. Jahrhundert war Wolfsberg der Standort für drei große Lager, die aus unterschiedlichen Gründen das Leben und das Schicksal von zehntausenden Menschen aus fast allen Teilen der Welt prägten.
Das Ruthenenlager

Ab September 1914 wurden bis zu 7.500 Kriegsflüchtlinge aus Galizien und der Bukowina auf dem Exerzierplatz in Wolfsberg/Reding untergebracht. Die Lebensbedingungen im Lager waren hart und es brachen immer wieder Epidemien aus. Über 900 Flüchtlinge starben und wurden am Lagerfriedhof bei St. Johann beigesetzt.Dieser Bereich des Musuem wurde auch unterstützt durch Leihgaben und Spendengelder von Familien ehemaliger Kriegsgefangener des Stalag XVIII A aus zahlreichen Ländern der Welt.

Das Kriegsgefangenenlager „Stalag XVIII A”

Ende 1939 wurde in Priel ein Kriegsgefangenenlager zunächst für polnische Offiziere (Oflag XVIII B) errichtet, das später in ein Mannschafts-Stammlager (Stalag XVIII A) umgewandelt wurde. Die Gefangenen stammten vor allem aus Frankreich, Großbritannien, Australien, Neuseeland, der Sowjetunion, Italien und den USA. In Arbeitskommandos wurden sie für den Straßen- und Kraftwerksbau (Lavamünd, Schwabegg) oder in der Landwirtschaft eingesetzt.

Internierungslager „Camp 373“

Nach der Befreiung wurde das Kriegsgefangenenlager als Internierungslager für die regionalen NS-Eliten aus der Steiermark und Kärnten – darunter auch mehrere Dutzend LavanttalerInnen – verwendet. Gefürchtet war das „Field Security Service“, das im Lager nach Kriegsverbrechern suchte. Bis zu seiner Auflösung im Jahr 1948 wurden ca. 8.000 Personen durch das Lager geschleust.